Drink bitter, taste sweet

Nach dem Umbau der Brainery, die eine neue Küche und ein großes "Esszimmer" bekam, zogen die Design- Apothekerflaschen von Dr. Jaglas bei uns ein. Und weil sie nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch wirken, haben wir sie gerne ausgeschenkt.

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un haben wir die Muße zu schauen, wer das ist, Dr. Jaglas. Wir haben uns verabredet, in Berlin. Berlin? Wieso nicht Wuppertal, dem Sitz der Apotheke?

 Eine Frage mehr.

Berlin empfängt uns mit sommerlichen Temperaturen. Nichts zu merken von Herbst und weil es so sein soll, finden wir mitten im Stadtteil Prenzlauer Berg einen perfekten Parkplatz für unseren Tastery Explorer.
Christina Jagla schrieb zuvor „sagt mir, wo ihr steht, ich bin in max. 30 Minuten mit dem Fahrrad da. Und das ist sie auch. Hätten wir sie nicht bereits über die sozialen Netzwerke "kennengelernt", der Fracht ihres Fahrradkorbes, hat sie uns sofort vorgestellt. Und schon sind wir im Gespräch, per Du und mitten im "bitteren" Thema.

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Dr. Christina Jagla, die übrigens während der Schmerzforschung an der Charité promovierte, lebt seit 12 Jahren in Berlin. Sie zeigt sich offen, zugewandt und großstädtisch, begeistert von ihren Produkten und so fesselnd, dass wir ohne darüber nachzudenken die erste Stunde einfach am Fahrrad stehenbleiben, ins Gespräch versunken.

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Doppelherz

Wieso Berlin?
Durch das Studium, das praktische Jahr, die Freunde, ist Christina nach Berlin gekommen und möchte nun auf ihre Wahlheimat nicht mehr verzichten. In Wuppertal ist sie 3-4 Tage im Monat und natürlich zu den Produktionszeiten.

Das war nicht immer so. Die ersten 4 Jahre ist sie wöchentlich gependelt.  1 Woche Wuppertal zum Geld verdienen, 1 Woche Berlin um Dr. Jaglas aufzubauen. Die Abende gehörten sowieso der Konzeption, dem entwickeln von Rezepturen, dem Erarbeiten von schönen Produktpräsentationen. Das Auge trinkt halt mit. In der Brust von Frau Doktor schlagen zwei Herzen.

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„Alkohol wird nicht schlecht. Wenn es nicht klappt, dann trinken wir es halt selbst.“

Die Apothekerfamilie Jagla nutzt seit Jahrzehnten eine mittelalterliche Klosterrezeptur, althergebrachte Kräuterkunde und altes Arzneibuchwissen zur Manufaktur von Kräuterbitter mit 35%vol. Aus erlesenen Bitterkräutern, feinen Gewürzen und ätherischen Ölen mazerieren die Jaglas – noch heute per Hand – sorgsam gereifte Spirituosen.

Ihr "Geschäftspartner", mit dem sie Dr. Jaglas gegründet hat, ist ihr Vater. Ein Vollblut-Apotheker, der noch das Erstellen und Mischen von Rezepturen gelernt hat, und schon immer aus Leidenschaft Produkte entwickelt und braut.

"Unsere Familienapotheke ist etwas Besonderes, denn wir sind auf Eigenrezepturen spezialisiert."

Eine der schönsten Kindheitserinnerung von Christina ist die Salmiak-Produktion in der heimischen Apotheke. Der Vater rührt und sie darf naschen. Dieses alte Wissen gibt der Vater an seine Tochter weiter. Heute ist diese Kunst übrigens nicht mehr Bestandteil der sehr komplexen Ausbildung.

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Auch Christina hat ihre Berufung gefunden. In Berlin arbeitet sie  an einem Tag in der Woche in der Apotheke. Sie möchte auf keinen Fall die Nähe zu ihrem Beruf verlieren. Die anderen Tage gehören Dr. Jaglas.

Wirkliche Manufaktur

Dr. Jaglas Bitter werden in der Apotheke hergestellt, in Apotheker-Qualität. Das bedeutet, die eingesetzten Kräuter unterliegen den Arzneibuchvorschriften. Herkunft, Reinheit und Gehalt (z. B. ätherische Öle) aller Kräuter sind genauestens definiert. Die standardisiert hohen Ansprüche an die in der Apotheke schonend mazerierten Wurzeln, Rinden und Blüten sind nach Deutscher Arzneibuch Qualität zertifiziert.

Leichte Verunreinigungen wie etwas Boden, Blätter von anderen Kräutern, wie sie bei Bio-Produkten durchaus sein dürfen, sind in der Apotheke nicht zulässig. Was Christina sehr wichtig ist, ist die Transparenz. Jedes einzelne Kraut wird akribisch benannt, erklärt und in den Flyern abgebildet. Sie bekommt gerade hierzu viele Nachfragen zu den Quellen.

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Bitter sind schon immer Bestandteile der Angebote in der Apotheke, doch da gibt es ein Werbeverbot. Apotheker dürfen keine Werbung machen.
Ein Spirituosen-Brenner*in, ein Kräuterkundler*in, darf sich als Alchemist*in im weißen Kittel darstellen. Schöne Geschichten rund um das Produkt erzählen. Also werben. Ein Apotheker*in darf das nicht.

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Nach einer Stunde an der Berliner Luft, laden wir Christina ein, in unserem "Karlsson" Platz zu nehmen. Eine gute Idee, denn die Tasche im Fahrradkorb ist bestückt mit Proben. Jetzt wird probiert. Zu Beginn verkosten wir das Maca Ginseng-Elixier, das speziell für die ZEIT als Sonderedition produziert wurde und, was jeder Feinschmecker probiert haben sollte. Maca- und Ginsengwurzeln vereinen sich hier als ergänzende Komponenten in feiner Symbiose.

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"Man muss kein zuckriges Tonic dazu geben"

Wir interessieren uns für den Gin, denn er schmeckt anders, als die anderen. DR. JAGLAS GIN-seng ist
 ein handgemachter Wacholderbeerspiritus mit 50%vol, bei dem aber vollständig auf Zucker verzichtet wurde, was selten ist. Er ist angelehnt an die ursprüngliche Wacholderbeer-Rezeptur für Spiritus Juniperi aus dem Deutschen Arzneibuch von 1872. Christina genießt ihn gerne pur.
Wir diskutieren noch über das Glühweinkräuter-Elixier, das wir gerade zur Weihnachtszeit gerne bei unseren Feiern zum Abschluss kredenzt haben, stilecht per Dosierer ins Degustationsglas.

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Bitter & Gesund?

Unbestritten ist, dass Bitterstoffe die Verdauung anregen. Sobald der bittere Geschmack im Mund wahrgenommen wird, werden sowohl Magen als auch Gallenblasen, Bauchspeicheldrüse und Leber stimuliert. Auf diese Weise wird die Produktion von Verdauungssäften angekurbelt.
Als Aperitif ist ein Bitter sehr zu empfehlen. Als Digestif wird jeder Mediziner von Alkohol abraten, da er die Verdauung bremsen kann.

(Quelle: zentrum-der-gesundheit.de)

Tastery Set

Christina Jagla hat für euch ein exklusives Probierset mit 5 x 50 ml Fläschchen gepackt. Und ein Degustationsglas gibts auch noch dazu.

Verkostungsvorschläge

Just simple: Coffee / Tonic / GIN-seng

Christof Reichert aus dem Hotel Adlon hat den "Basischen Gemüse Aperitif" entwickelt: Man nehme: 15 ml Artischocken-Elixier, 40 ml Buttermilch, 15 ml Agaven-Sirup, 10 ml Rote-Beete-Saft. Mit Zitronenzeste abspritzen. Glasrand mit Salz&Pfeffer verfeinern. (Von der FAZ empfohlen).

Wir sind in Berlin und die sind bekanntermaßen oft einen Schritt voraus, da mag man die Elixiere schon gern als Pairing zum Käse:

Artischocken-Elixier & Schwäbischer Rahmkäse

Golfers Ginseng-Elixier & Roque Blue

Maca Ginseng-Elixier & Allgäuer Landkäse

Glühweinkräuter-Elixier - Chèvre Noir

Dry GIN-Seng & Regowbert

Bittere Zukunft

Heute ist „Dr. Jaglas“ in Szene-Restaurants wie „Nobelhart und Schmutzig“ und „Cornelia Poletto“ sowie in Stores wie „Manufactum“, dem „Alsterhaus“ und dem „KaDeWe“ erhältlich. Natürlich gibt es auch einen Online-Shop, aber Christina empfiehlt Interessenten gerade in diesen Zeiten am liebsten den stationären Handel, das kleine Delikatessengeschäft nebenan oder neuen Pop-up-Store.

Christina Jagla ist experimentierfreudig, neugierig und kreativ. Auf Instagram erfahren wir, dass es vielleicht bald Gourmetperlen mit Elixieren geben wird, Molekularküche lässt grüßen.
Auf den neuesten Streich, einen alkoholfreien Aperitif, muss man noch ein wenig warten. Obwohl das Produkt fertig ist und die Verpackung steht. Christina ist zurückhaltend. Momentan ist die Stimmung nicht da und der Zauber fehlt, sagt sie.

Bei uns ist die Stimmung prima. Wir hatten ein sehr gutes, sympathisches Gespräch, wenige cl. Alkohol im Blut und freuen uns darauf, noch ein wenig Berlin zu erkunden.

 

Danke, liebe Christina!

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Kontakt

Jagla & Jagla GbR
Dr. Christina Jagla
Choriner Straße 40
D-10435 Berlin

Mail: info@dr-jaglas.de / dr-jaglas.de

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